Gaby Weik und Helga Winkenbach sind von ihrer Reise aus Burkina Faso zurück
Vierzehn Tage lang waren die zwei FOCUS - Mitglieder unterwegs mit Stationen in Ouagadougou, Koudougou, Fara und natürlich in Satonévri. Von überall her bringen sie viele Grüße an die FOCUS - Freunde mit. „Es hat alles wunderbar geklappt, unsere afrikanischen Freunde haben sich rund um die Uhr um uns gekümmert, wir wurden so gut betreut“, darüber sind sich beide einig.
Ein großes Dankeschön nach Burkina für diese schöne Reise, merci, barka!
Das Foto zeigt die beiden Frauen im Überlandbus. (März 2008)
Inhaltsverzeichnis
- Ein Tag auf der Farm in Fara
- Die Abendschüler stellen sich vor
- Hoffentlich schaffen wir das Examen
- Stampfgeräusche bleiben aus
- Schulbau Névri nimmt Formen an
- 80 Schüler ohne Tisch und Bank
- Bilder und Post der Schulkinder
- Die Studenten stellen sich vor
- Jubel über Solarbeleuchtung in Tonon
- 3. Satonévrilauf
- Bibliothek
- Hirsespeicher fast leer
Ein Tag auf der Ausbildungsfarm von Abbé Eduard in Fara
Montag, 31.03.2008
Frühmorgens brechen wir auf, über ein recht unwegsames Gelände geht es zur Farm, die schon ein ganzes Wegstück außerhalb von Fara liegt. Alleine würden wir das nie finden. Die Sonne brennt bereits mit an die 40°. Der Abbé freut sich besonders, dass wir uns entschieden haben, mal einen ganzen Tag gemeinsam mit den Kindern zu verbringen, nicht nur wie sonst bei unseren Reisen üblich eine kurze Stippvisite. Ein Spender hat uns für den heutigen Tag noch 100,-- Euro mitgegeben, damit wird es heute ein wahres Festmahl geben.
Schweißnass und etwas durchgerüttelt kommen wir an und werden gleich von Judith und einer anderen Ausbilderin begrüßt. Judith kenne ich schon jahrelang, sie zeigt mir auch gleich die Abrechnung der Einkäufe für die 100,-- Euro. Die andere Frau ist hochschwanger, jeden Moment könnte das Baby kommen. Aber es ist ihr drittes Kind und sie macht sich keine Sorgen, sondern arbeitet ganz normal mit.
Es ist Montag früh, die Kinder sind von ihrem Wochenende bei Verwandten zurückgekommen. Jetzt steht aufräumen, sauber machen und fegen auf dem Programm. Fegen muss immer sein, denn Staub und Sand sind allgegenwärtig. Die Kinder sind alle ziemlich verlumpt, das gibt es kaum ein Kleidungsstück ohne Löcher.
Wir machen zuerst einen Rundgang über das Gelände. Durch die schlimmen Überschwemmungen vom letzten Herbst hat es auch hier enorme Schäden gegeben. Die in einfacher Lehmbauweise erstellten Hütten und Stallungen sind zusammengebrochen und nicht mehr benutzbar.
Notdürftig mit einfachem Weidenzaun sind die Tiere nun untergebracht, da sollen nach und nach Stallungen gebaut werden, Ein neuer Rinderstall soll Platz für 12 Tiere bieten, eine Tränke haben und ein Dach bekommen. Diese Arbeiten werden großteils von den Kindern gemeinsam mit einem fachkundigen Betreuer erledigt.
Nebenbei erfahren wir, dass ab und zu mal eine Ziege und vor Weihnachten sogar viele Hühner verkauft wurden. So konnten sie bereits eigenes Geld erwirtschaften.
Die Schlafräume der Kinder sind sehr beengt, über einer Wäscheleine hängen die wenigen Kleidungstücke der Kinder, in der ecke sind die Schlafmatten deponiert. Wir fragen uns wie da jeweils 12 Kinder einen Platz finden sollen. Der Abbé will zusätzliche Schlafräume bauen.
Ein Wasserturm soll auf das Gelände kommen um dann punktgenaues Gießen praktizieren zu können. Dafür sind schon überall Gräben ausgehoben. Mit welch einem Einsatz und mit welch einer Motivation gehen da die Kinder ans Werk. Die Lateriterde ist knochentrocken und steinhart.
Die über 400 Mangobäume haben glücklicherweise die Überschwemmungszeit gut überstanden und hängen voll mit Mangos. Es sind so unvorstellbar viele Mangos, die von den Kindern per Hand abgepflückt werden. Leider verderben die Mangos sehr schnell, so wäre es wünschenswert, eine Möglichkeit zu haben, diese Mangos zu vertreiben. Aber mit dem Eselskarren allein ist das nicht möglich. Der Abbé bedauert sehr, keinen Kleinlastwagen zu haben. Klar verstehe ich die Einwände aus Aachen, die dem Kauf eines „camions“ nicht zugestimmt haben. Aber hier vor Ort sieht vieles anders aus: das wäre echt toll, wenn die Kinder die Mangos ernten und dann auf den Markt transportieren könnten. Damit könnten sie etwas verdienen, würden den Zusammenhang zwischen Arbeit und Geld erkennen und könnten vielleicht irgendwann mal autonom werden. So würde die Anschaffung eines Fahrzeuges also doch direkt den Kindern zukommen.
Unser Rundgang wird lang und länger, an die Mangoplantage schließt sich noch nicht bewirtschaftetes Gelände an. Hier sollen „acachout“-Bäume (Frucht sieht aus wie ein Apfel, schmeckt etwas säuerlich. Obendrauf wächst noch etwas nussartiges, was man zum Kochen verwenden kann) gepflanzt werden.
Der Gemüsegarten steht sehr gut da, es gibt Auberginen, Zwiebeln, Kraut, Gombo und vieles mehr.
Im Nähraum stehen 2 Nähmaschinen und wir sehen hübsche Nähstücke.
Die Toilettenhäuschen sind neu, um sie auch richtig zu benutzen hängt außen eine „Gebrauchsanweisung“ an der Tür.
Unser Rundgang ist beendet und wir setzten uns zu den Kindern um Gemüse zu schnipseln. Für das Festessen heute werden Zwiebeln und Auberginen kleingeschnitten und gewaschen.
Einige Buben sind mit den Rindern in den Busch gegangen, damit die Tiere dort noch die einen oder anderen Halme abknappern können. 

Im Unterricht zeigen uns die Kinder ihr Können. Stolz sind sie, dass sie bereits so viel in französisch verstehen. Aber die Leistungsunterschiede der Kinder sind enorm. Bei manchen Kindern merkt man sofort, dass sie gar nicht verstehen, um was es geht. Und dann gibt es z.B. da den pfiffigen Kirassey. Immer wird er gefragt und um Übersetzungen gebeten. Ich frage mich, was schlimmer ist, hier ein guter oder ein schlechter Schüler zu sein. Gut zu sein und vielleicht keine Möglichkeit zu haben aus diesem Kreislauf rauszukommen, scheint mir momentan das größere Übel. Ich spreche den Abbé an, klar versucht er immer, bestimmten Kindern eine Ausbildung zukommen zu lassen. So sind derzeit 8 Jungs und 8 Mädchen außerhalb in Ausbildung. Ich hoffe, dass auch für Kirassey der richtige Platz gefunden werden kann.
Dank der Spende gibt es heute ein üppiges Mittagessen. Reis, Fleisch und Gemüsesoße. Die Kinder sitzen in Gruppen im Schatten, essen gemeinsam aus einer großen Schüssel. Sie vertilgen Unmengen, sie essen sich so richtig satt.
Nach dem Essen wird das Geschirr gespült, dann ist Mittagspause bei brütenden 45°. Wie überall wird ein Fußball herausgeholt, der Kinder liebstes Spiel. Wir laden die Kinder in den Klassenraum ein, spielen Kasperle vor und singen deutsche Bewegungslieder. Freude pur! 

Ab 15.00 Uhr geht es ans Gießen. Jeder Tropfen Wasser muss hoch gepumpt werden. Eimer, Kanister, Schubkarren werden gefüllt und zu dem etwa 50m entfernten Garten gebracht. Wir sind nach 3 Ladungen kaputt, aber die Kinder schaffen stundenlang. Einmal kommt ein Mädchen und beschwert sich darüber, dass ihr ein Junge den Kanister abgenommen hat. Statt sich auszuruhen, will sie weiterarbeiten. Über 3 Stunden lang gießen die Kinder und man kann wirklich sagen, das ist Schwerstarbeit.
Mittlerweile werden die Rinder und Ziegen zum 2. Mal in den Busch geführt, das dauert wieder ca. 1 1/2 Stunden und immer noch ist es brütend heiß.
Um 18.30 Uhr ist es dunkel, die Arbeiten für heute sind erledigt und die Vorbereitungen für das Fest sind getroffen. Beim „Tischgebet“ wird dem Spender für das üppige Abendmahl gedankt. Nochmals essen sich die Kinder satt, freuen sich danach über unsere spendierten Kekse und Bonbons. Es ist heute ein Fest wie Weihnachten, alle sind so glücklich.
Morgen wird es hier weitergehen, bis Samstag. Am Samstagvormittag erhalten die Kinder ein Stück Seife und müssen dann ihre Kleidungsstücke waschen. Danach gehen sie zu ihren Verwandten nach Hause. Obwohl, zu Hause sind sie hier auf der Farm, und wenn es nach ihnen ginge, würden sie auch das Wochenende hier verbringen. Aber sie sollen ihre Wurzeln nicht ganz verlieren, und das ist sicher sinnvoll.
Am Ende eines langen Tages frage ich mich, woher kommt die ganze Motivation der Kinder und der Betreuer. Es ist fast unglaublich, was hier ständig geleistet wird. Es ist sicher die einzigartige Atmosphäre von hier, hier haben ganz viele ihren Wirkungskreis und ihre Familie gefunden. Jeden Moment spürt man, wie wohl sich die Kinder hier fühlen, wie sie angenommen sind, jedes Kind für sich mit seiner eigenen Persönlichkeit. Es ist die Freundlichkeit des Abbé, wenn er die Kinder begrüßt, immer ein gutes Wort parat, immer Interesse am anderen.
Und genau das Gleiche widerfährt uns, wir sind hier voll und ganz akzeptiert und angenommen als Mensch in unserer Eigenart und Verschiedenheit.
Hier wird Christentum wahrlich praktiziert!
Helga Winkenbach
Die Abendschüler stellen sich vor
Mittlerweile gibt es Abendschulkurse an allen drei Schulen und die Nachfrage steigt. Inzwischen haben sich auch drei reine Frauenkurse gebildet. Über 250 junge und ältere Erwachsene können so Dank der Unterstützung von FOCUS Lesen und Schreiben lernen. 
Beim Besuch des Abendunterrichtes zeigen die Frauen und Männer stolz, was sie bereits gelernt haben. Sie rechnen an der Tafel, lesen kurze Texte und stellen sich auf französisch vor. Dem einen oder anderen gelingt schon eine Konversation mit uns. Die jungen Leute erkennen die Arbeit ihrer Lehrer an, sie wissen warum sie zur Schule kommen und warum sie lernen. Ein junger Mann formuliert es treffend: " Jetzt kann ich auf einem Briefumschlag die Adresse lesen und wenn ich mal in der Stadt bin, weiß ich was auf den Schildern steht". Die Abendschüler bitten, auch beim nächsten Burkina Aufenthalt wieder einen Besuch ihres Unterrichtes einzuplanen. Gaby Weik und Helga Winkenbach waren begeistert von der Lernatmosphäre. Spontan spendeten sie den Abendkursen einen Fußball.
Hoffentlich schaffen wir das Examen
Die jetzige CM2 (vergleichbar mit unserem sechsten Schuljahr) wird von 16 Jungs und 7 Mädchen besucht. Der große Tag für die Schüler ist der 10. Juni. An diesem Tag finden im 10 km entfernten Silly die Examensprüfungen statt. Bei Erfolg haben die Schüler die Möglichkeit eine weiterführende Schule zu besuchen. Wir wünschen alles Gute für diesen Tag!
Gaby Weik und Helga Winkenbach haben zwei Schulstunden mit den CM2 Schülern verbracht und somit den afrikanischen Kindern die Gelegenheit gegeben, über Deutschland Fragen zu stellen. " Wie bewegt man sich im Schnee fort / Wie sind in D Häuser gebaut / Sterben in D auch Kinder / Frühstücken die Kinder in D / Mögen die Deutschen die Schwarzen / Ist es im Winter kalt / Was gibt es für Tiere in D / Wie wird man in D beerdigt / Wie wird in D Geld verdient / Wieviel Kinder hat man in D / Wie wird in D getanzt / Streiten sich in D die Kinder auch / Scheint die Sonne in D genau wie hier?" Dieser interaktive Unterricht hat uns allen sehr viel Spaß gemacht. Die praktische Demonstration wie ein Aufzug funktioniert wird uns lange im Gedächtnis bleiben. Die Kinder wollten auch ein paar deutsche Ausdrücke kennenlernen, dass sie zuerst die Übersetzung der Frage "Kann ich bitte Wasser bekommen?" lernen wollten, stimmt nachdenklich, zeigt uns aber auch, was in Burkina das Wichtigste ist.
Stampfgeräusche bleiben aus
Ansonsten wacht man hier in Satonévri von den morgentlichen stundenlangen Stampfgeräuschen auf. Das ist bei der diesjährigen Reise ganz anders. Und der Verdacht bestätigt sich: in den Getreidespeichern sind kaum noch Vorräte. Die Überschwemmungen des letzten Herbstes haben zu großen Ernteausfällen geführt. Die Preise für Reis, Mais und Hirse sind in den letzten Monaten enorm gestiegen. Bei vielen Gesprächen mit den Ortsvertretern, der Präfektin oder der Pfarrers wird klar: hier muss geholfen werden.
Das Foto zeigt einen ortsüblichen Getreidespeicher
Schulbau Névri nimmt Formen an
Die Schule in Névri, bisher bestehend aus zwei Klassenräumem wird momentan auf sechs Räume erweitert. Inzwischen gibt es in Névri aber eine 3. Klasse, sodass der Unterricht der Kleinen bis zur Fertigstellung der neuen Räume unter dem Strohdach stattfinden muss. 

Der Erweiterungsbau wird von einem einheimischen Unternehmen ausgeführt.EGBA 
80 Schüler ohne Tisch und Bank
Die Kinder des ersten Schuljahres in Tonon sitzen auf dem Boden., um sich herum liegen ihre Utensilien, wie Tafel, Kreide, Rechenhölzer etc.. Der Unterricht geht gesittet vonstatten. Gerne hätten auch diese Kinder Tisch und Bänke.
Bilder und Post der Schulkinder
Besonders freuen wir uns immer über Zeichnungen und Bilder der Kinder von Satonévris Schulen. In Sadouin haben die Schüler von Lehrer Salif schon ganz eifrig gemalt und überreichen uns stolz ihre Kunstwerke für Viernheimer Schulkinder. In Tonon nutzen wir die Zeit, teilen den Kindern Papier aus und sofort beginnen sie zu malen. Lieblingsmotive sind Hühner und Getreidespeicher. 


Auch der Briefkontakt mit den ehemaligen Goetheschüler bleibt weiterhin lebendig. Im April 2008 sehen Gaby Weik und Helga Winkenbach die afrikanischen Schüler, die inzwischen die Abschlussklasse besuchen, wieder. Die Kinder fragen sofort nach ihren Briefpartnern und noch am selben Nachmittag sitzen sie stundenlang und schreiben an ihre deutschen Freunde. Manch ein Brief wird liebevoll mit einem Maiskolben oder ein paar Erdnüssen ergänzt. Die Kinder berichten von der bevorstehenden Examensprüfung, fragen nach den Jahreszeiten in Deutschland und betonen wie gerne sie Fußball spielen, aber keinen eigenen Ball besitzen. Infos zum Briefaustausch 
Hier sieht man die selbstgebastelten Biefumschläge
Die Studenten stellen sich vor
Mittlerweile werden sechs Studenten von FOCUS unterstützt. Die jungen Leute haben alle die Schulen von Satonévri besucht und wohnen nun während ihres Studiums in der Hauptstadt Ouagadougou. Mariam Tiendrebeogo studiert im ersten Jahr Finanzbuchhaltung, auch Bernard Timbnoma Ouédraogo hat dieses Jahr sein Englisch-Studium begonnen. Bereits im zweiten Jahr sind Félix Nongma Rouamba mit Soziologie und Bernard Ido mit Deutsch und Englisch. Im dritten Jahr seines BWL-Studiums befindet sich Bélibi Nignan. Voubie Ziba wird nach 4-jährigem Jura-Studium nun den Magister machen. Gehört er zu den 30 besten seines Jahrganges hätte er die Möglichkeit das Diplom zu machen. Hierfür wären einmalig 500,-- Euro notwendig.
Jubel über Solarbeleuchtung in Tonon
Groß war die Freude in Tonon. als wir über die baldige Installierung einer Solarbeleuchtung an der Schule informierten. Direktorin Monique, Lehrer, Elternbeiräte und Schüler brachen regelrecht in Jubel aus.
3. Satonévrilauf
Vor Ort hat sich eine Gruppe von Männern gebildet, die den Lauf perfekt vorbereitet haben: vom Markieren der Laufstrecke, der Deko im Einlaufbereich, der Musikanlage, der Nummernverteilung, dem Start bis hin zur Preisverleihung. Alles lag komplett in den Händen der Afrikaner. Ein super Erfolg! Fotos vom Lauf
Ein Bericht aus dem Südhessen Morgen:
Partnerschaft: Afrikaner bereiten dritte Laufveranstaltung perfekt vor
Satonévri-Lauf klappt auch ohne Organisationshilfe
Von unserem Mitarbeiter Hans Todt
Viernheim. Ein Kapitel sportlicher "Entwicklungshilfe" für Viernheims
afrikanische Partnergemeinde Satonévri in Burkina Faso konnte
erfolgreich abgeschlossen werden. Nachdem die Viernheimer IGL-Läuferin
Helga Winkenbach (Vorstandsmitglied im Partnerschaftsverein "FOCUS")
mit Helfern aus diesem Verein die ersten beiden Laufveranstaltungen
organisierte und die afrikanischen Freunde mit den Regularien vertraut
machte, hat nunmehr eine Gruppe von Männern aus Satonévri den
diesjährigen Lauf ohne Viernheimer Beistand selbständig organisiert
und ausgerichtet.
Pokale im Reisegepäck
Diesmal bestand die Viernheimer Hilfe lediglich darin, T-Shirts und
andere Preise zur Verfügung zu stellen. Helga Winkenbach und Gaby
Weik, die mit einer Delegation zu dem jährlichen Treffen angereist
waren, hatten diese Geschenke sowie Medaillen und Pokale in ihrem
Reisegepäck und waren überrascht, wie präzise das Veranstalter-Team
diesen Lauf vorbereitet hatte: Vom Markieren der Laufstrecke, der Deko
im Einlaufbereich, der Musikanlage, der Startnummernverteilung bis zur
Siegerehrung mit Preisen und Urkunden hat alles hervorragend geklappt.
Für die Laufveranstaltung wurde in den benachbarten Dörfern mit selbst
gemalten Plakaten geworben. In der gesamten Umgebung war der Lauf
Tagesgespräch. Auch die Temperatur von 40 Grad hat weder Kinder,
Jugendliche noch Erwachsene abgehalten, mitzumachen. Als die beiden
Viernheimer Frauen am vereinbarten Platz ankamen, war die Laufstrecke
bereits mit Asche markiert. Helga Winkenbach wurde gebeten, die
Strecke zusammen mit den Verantwortlichen auf dem Moped zu
kontrollieren. Die Route war hervorragend gekennzeichnet, im
Einlaufbereich wehten die Fahnen der beiden Partnerstädte, ein Tisch
für die Preise stand bereit. Der Koffer mit den Preisen wurde an die
Organisatoren übergeben, die sich auch um die Einteilung der
Medaillen, Pokale und Urkunden kümmerten.
Mit den 200 Teilnehmern waren auch Helga Winkenbach und Gaby Weik am
Start, die mit der Organisation in diesem Jahr gar nichts mehr zu tun
hatten. Da nicht genug Sicherheitsnadeln vorhanden waren, mussten
viele Läuferinnen und Läufer ihre Nummernschilder in der Hand tragen.
Gestartet wurde in zwei Gruppen: Frauen und Kinder, dann die Männer.
Staub und trockene Kehlen
Helga Winkenbach und Gaby Weik schilderten ihre Eindrücke während des
Laufs: Heiß, anstrengend, staubig, trockene Kehle! Wann kommt endlich
das Ziel? Zwischendurch nahmen sie ein Kind an die Hand oder halfen
dem Mädchen, das das kleine Geschwisterchen auf dem Rücken trug - bis
irgendwann eine Frau kam und dieses Baby an sich nahm. Begeisterung,
Jubel, Volksfeststimmung - dabei sein ist alles.
Dann starteten die Männer. Sie nahmen alles viel ernster. Viele nahmen
ihre Schuhe in die Hände und liefen barfuß. Nach dem Lauf standen die
Teilnehmer in langen Reihen und warteten diszipliniert auf die
Siegerehrung. In den vier Kategorien erhielten die Sieger einen Pokal,
für die Plätze 2 und 3 gab es Medaillen.
Preise für Sieger und Platzierte
Die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreuten sich an T-Shirts
und Schlüsselanhängern, die Kinder an Luftballons. Für alle war es ein
großartiges Ereignis, das die Delegation von Focus mit den
IGL-Läuferinnen Helga Winkenbach und Gaby Weik fröhlich mit feierte.
Alle Beteiligten hatten sehr viel Spaß und Freude an der
Veranstaltung. Wiederholung erwünscht.
Mit einem Betrag in Höhe von 120 Euro hat die IGL-Laufgruppe Viernheim
diese Aktion unterstützt. Das Geld wurde beim
Satonévri-Partnerschaftslauf in Viernheim gesammelt.
Südhessen Morgen
17. Juli 2008
Bibliothek
Weit mehr als 100 französische Bücher können bei der Bibliothek in Sadouin ausgeliehen werden. Es gibt Kinder- und Jugenbücher, Sachbücher und Romane. Die Collègeschüler und die Lehrer gehören momentan zu den fleißigsten Nutzern.
Artikel aus dem Südhessen Morgen
Hirsespeicher fast leer
Viernheim. Freundschaft, Offenheit, Kooperation, Unterstützung für Satonévri: Seit 15 Jahren engagiert sich der Partnerschaftsverein Focus in Satonévri in Burkina Faso. In dieser Zeit hat Focus zahlreiche Hilfsprojekte initiiert, dabei aber nie das eigentliche Vereinsziel aus den Augen verloren: Begegnungen zwischen den Menschen in Satonévri und Viernheim zu ermöglichen.
Bei einem Besuch von Helga Winkenbach und Gaby Weik in Afrika stand der Austausch mit den afrikanischen Menschen im Vordergrund. Die beiden Frauen nutzten den Aufenthalt auf dem schwarzen Kontinent, um den Lebensalltag der Afrikaner kennenzulernen, ein besseres Verständnis für die Lebensphilosophie zu gewinnen sowie die Hoffnungen und Nöte der Menschen verstehen zu können.
Wahre Improvisationskünstler
Die Afrikaner seien wahre Improvisationskünstler, betonen Helga Winkenbach und Gaby Weik übereinstimmend. Trotz der vielfältigen Probleme sei bei den Menschen eine große Lebensfreude zu spüren. "Die Menschen sind offen und aufgeschlossen", sagt Winkenbach. Die beiden Frauen nutzten ihren Aufenthalt, um mit den Afrikanern ins Gespräch zu kommen.
In der Hauptstadt Ouagadougou trafen sich Winkenbach und Weik mit Studenten, die der Verein Focus unterstützt. Herzlich empfangen wurden die beiden Frauen auch von Bischof Basil Tapsoba in Koudougou, der im November Viernheim besucht hatte.
Drei Tage verbrachten Winkenbach und Weik in Fara, das etwa 40 Kilometer von Satonévri entfernt liegt. Dort wirkt Pfarrer Edouard Sawadogo, der mit Viernheimer Unterstützung ein Waisenkinderprojekt initiiert und eine Ausbildungsfarm aufgebaut hat. Die beiden Viernheimerinnen verbrachten einen Tag mit den Kindern der Einrichtung: Am Vormittag stand Unterricht auf dem Programm, am Nachmittag Gartenarbeit.
Die beiden Frauen waren bei Familien in Sadouin untergebracht. So konnte ein intensiver Kontakt mit den Menschen entstehen, es entwickelten sich offene Gespräche in einer vertrauensvollen Atmosphäre. Die Afrikaner konnten den Besucherinnen ihre Problemen anvertrauen.
Zurzeit sehen sich die Menschen in Afrika mit einer angespannten Ernährungssituation konfrontiert. Durch die Überschwemmungen im vergangenen Sommer sind große Ernteausfälle zu beklagen. "Die Hirsespeicher auf den Gehöften waren fast leer", berichten die Focus-Mitstreiter. Vor Ort haben Winkenbach und Weik die letzten Vorbereitungen für die Hilfstransporte getroffen, die vor einigen Tagen gestartet sind. Die Dörfer Sadouin, Tonon und Névri erhalten jeweils 70 Säcke à 100 Kilogramm Hirse und Mais, um die größte Not zu lindern (wir haben berichtet). MT
Südhessen Morgen
08. Mai 2008

