Waisenkinder

In Fara, einer Stadt in der Nähe von Satonévri, werden über 300 „AIDS Waisen“ sowohl bei der Grundversorgung mit Lebensmitteln und Kleidung als auch bei der Schulausbildung finanziell unterstützt. waisen__fara

 

Man spricht von „AIDS-Waisen“, wenn beide Elternteile bereits in jungen Jahren verstorben sind und man vermutet, dass die Ursache in vielen Fällen die Immunschwäche AIDS ist. In Burkina Faso ist AIDS ein Tabu-Thema. Würde man die Kinder genauer untersuchen und der Befund würde „HIV-positiv“ lauten, müssten die Kinder sofort ihre Verwandten, die sie aufgenommen haben, verlassen und wären in vielen Fällen dem Tod preisgegeben, wenn sie sich nicht durch Betteln und Prostitution über Wasser halten könnten. Aber auch in den Familien der Verwandten, in denen sie nach dem Tode ihrer Eltern unterkommen, werden sie nur mangelhaft ernährt und eingekleidet und leben unter schlechten hygienischen Bedingungen. In der sozialen Hierarchie stehen sie an letzter Stelle.

Hier setzt nun das Projekt von Abbé Edouard in Fara an. Die Kinder erhalten zusätzliche Nahrungsmittel und Hygieneartikel, eine medizinische Versorgung und eine Grundschulbildung. 300 „AIDS-Waisen“ werden von einer Reihe von freiwilligen Helfern der örtlichen katholischen Pfarrei betreut.

Zur Zeit hat Abbé Edouard ein Gelände von 4,5 ha mit Baumbestand und Wasserversorgung gekauft. Dort sollen den heranwachsenden Jugendlichen neben einer Schulbildung grundsätzliche Fertigkeiten im Ackerbau, in der Viehzucht und in der handwerklichen Ausbildung vermittelt werden. Das Ausbildungszentrum befindet sich gerade im Aufbau und beherbergt zur Zeit 35 Jugendliche. waisen

Das Projekt wird durch die „Sternsingeraktion“ der vier katholischen Pfarreien in Viernheim finanziell unterstützt. Projektkosten pro Jahr: ca. 10.000 EUR.

Fotos vom Waisenkinderprojekt

Ein Tag auf der Ausbildungsfarm

 

Situationsbericht Dezember 2008

Bericht über den Weihnachtsabend und 1. Feiertag mit dem Abbé:
38 Kinder waren mit dem Abbé zum Weihnachtsgottesdienst von der Farm in die Kirche nach Fara gekommen. Sie mussten fast 3 Stunden ausharren, bis der Weihnachtsgottesdienst beendet war. Manch einer von den Kleinen hat schon seelig während des Gottesdienstes an unserer Seite geschlafen,auch wenn es lautstark und fröhlich ob der Geburt Christi zuging. Auch kleine (B)Engel müssen ja mal ausruhen. NAch dem Gottesdienst ging es auf die Farm, alle zusammen auf der Ladefläche eines Pickup. Auf der Farm gab es dann das von uns gesponserte Weihnachtsessen: 2 Hammel, 4  Hähnchen und ein Perlhuhn. Das war dann doch zuviel für so spät in der Nacht, dass es auch für den 1.Feiertag reichte.An diesem Tag besichtigten wir noch einmal bei Helligkeit die Farm: die meisten Überschwämmungsschäden sind behoben. Für Abbé Eduard, der in Zukunft ganz auf der Ausbildungsfarm leben wird, ist eine Unterkunft fertig, die Jungs haben auch schon wieder eine gemauerte Unterkunft und gegen Ende Januar wir das neue Unterbringungshaus fertig sein. Die Farm wurde um etliches Gelände erweitert: 100 Papaya Bäume sollen gepflanzt werden, der Garten ist angelegt, die neue mit Solarstrom betriebene Wasserpumpe pumpt in 1 Stunde 9 Kubikmeter Wasser in den Wasserturm, sodass auch die Plantage gut bewässert werden kann. Das alles mit Unterstüzung durch die Sternsingergelder aus Viernheim. Sogar ein gebrauchter Mercedes Benz LKW konnte angeschafft werden mit diesen Geldern. Jetzt können die Waren auch wenigstens zu den Märkten transportiert werden. Die Kinder hoffen nur, dass jetzt wieder voller  Inbrunst in Viernheim gesungen wird bei den Sternsingern.
Horst Gerlach, Dezember 2008

 

aus einem Bericht von Markus Tausenpfund, SM vom 8.10.2008

Focus: Afrika-Partnerschaftsverein engagiert sich auch in Satonévris
Nachbargemeinde Fara

Für Pfarrer Edouard Sawadogo ist Hilfe aus Viernheim ein Segen

Viernheim. Das Engagement des Afrikavereins Focus ist längst nicht mehr
auf die Partnergemeinde Satonévri in Burkina Faso (Westafrika)
beschränkt. Seit mehreren Jahren engagiert sich Focus auch im
benachbarten Fara, das etwa 40 Kilometer von Satonévri entfernt liegt.

In Fara wohnt und wirkt Pfarrer Edouard Sawadogo, einer der wichtigsten
Ansprechpartner vor Ort für Focus. Mit Viernheimer Hilfe hat der
Geistliche, der auch Viernheims Partnergemeinde Satonévri betreut, ein
Waisenkinderprojekt initiiert und eine Ausbildungsfarm aufgebaut. Beide
Projekte werden durch Spenden der Sternsingeraktion finanziert. "Ohne
das Engagement der Kinder bei der Sternsingeraktion gebe es beide
Projekte nicht", betont Focus-Vorsitzender Klaus Hofmann. In Fara leben
rund 300 Waisenkinder, die von Verwandten in Obhut genommen wurden.
Doch die Pflegefamilien haben selbst eigene Kinder, die versorgt werden
müssen; da kommt das Waisenkind an letzter Stelle. Das
Waisenkinderprojekt von Pfarrer Sawadogo zielt darauf ab, dass die
Kinder weiterhin in familiären Strukturen aufwachsen können.

Neben dem Waisenkinderprojekt hat Pfarrer Sawadogo in Fara auch eine
Ausbildungsfarm für Kinder ab zwölf Jahre ohne Schulbildung aufgebaut.
Auf einem etwa 4,5 Hektar großen Grundstück mit Baumbestand und
Wasserversorgung werden Fertigkeiten im Ackerbau und Viehzucht
vermittelt.   ..........

Gebäude in moderner Bauweise

Die Flutkatstrophe im vergangenen Spätsommer hat die Lehmhütten auf dem
Gelände der Ausbildungsfarm völlig zerstört (wir haben berichtet).
Jetzt werden alle Gebäude in moderner Bauweise neu aufgebaut, die
Viehställe wurden bereits errichtet. Das Päpstliche Missionswerk der
Kinder, der Träger der Sternsingeraktion, hat jetzt auch grünes Licht
für ein weiteres Projekt gegeben. Auf der Ausbildungsfarm hat der Bau
für neue Unterkünfte sowie eines Versammlungs- und Speisesaals
begonnen.

Der Partnerschaftsverein Focus hat darüber hinaus die Ausbildungskosten
für 16 Jugendliche (acht Jungen und acht Mädchen) übernommen, die eine
handwerkliche Schulung außerhalb der Ausbildungsfarm absolvieren,
informiert Vorsitzender Klaus Hofmann. MT

Südhessen Morgen
08. Oktober 2008

 

aus einem Bericht von Uwe Buttler, erschienen im VT am 16.9.08

....

Unterdessen wächst die Zahl der auf der Aids-Waisen-Ausbildungsfarm
untergebrachten Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 18 Jahren
weiter steig an. Inzwischen befinden sich dort 200 Kinder und
Jugendliche und helfen mit die Farm weiter auszubauen. Bekanntlich
war die Farm eine der Hauptleidtragenden der Regenfälle des
vergangenen Jahres, wurden doch alle aus alten Lehmbaumaterialien
erstellten Hütten und Unterkünfte dem Erdboden gleich gemacht. .... ging man nun daran sämtliche Gebäude
in einer stabileren Bauweise wieder aufzubauen, wobei die Viehställe
kurz vor dem Bauabschluß stehen. Die Waisenfarm ist eine der
Hauptnutznießer der Sternsingeraktionen ohne die sie gar nicht
existieren würde.
Das Kindermissionswerk in Aachen hat erfreulicherweise noch einmal
Gelder für Fara freigemacht. 24.000 Euro wurde bereits als erste
Bewilligung nach Fara überwiesen. Damit werden zwei Unterkünfte und
der Bau eines Versammlungs- und Speisesaals aufgebaut, wobei bereits
mit der Steinproduktion begonnen wurde.
FOCUS hat auch für zwei Jahre für acht Jungen und acht Mädchen
die Ausbildungskosten übernommen, die entstehen, weil diese 16
Jugendlichen außerhalb von Fara in weiter entfernten Orten eine
Berufsausbildung absolvieren.