Landesinfo
Burkina Faso auf einen Blick:
Bevölkerung
Burkina Faso, früher Ober-Volta (Haute Volta), ist eine Republik im Westen Afrikas; 14,3 Mio Einwohner. Die Einwohner werden auch Burkinabé genannt. Mehrere Hunderttausend Landarbeiter gehen jedes Jahr in den Süden nach Elfenbeinküste und Ghana. Die größte ethnische Gruppe sind die Mossi (über 40%), andere sind Bobo, Senoufo, Lobi, Gourounsi, Mande, Fulbe und Tuareg. Die Amtssprache ist französisch, andere Verkehrssprachen sind Mooré, Djoula und Fulfulde. Die Religionszugehörigkeit verteilt sich folgendermaßen: 50% Muslime, 35% Animisten, 15% Christen (hauptsächlich Katholiken).
Altersstruktur
| 0 -14 Jahre | 46,3% |
| 15 - 64 Jahre | 51,1% |
| 65 und älter | 2,6% |
Größe des Landes
Insgesamt: 274200 qkm
Von Wasser bedeckt: 400 qkm
Von Land bedeckt: 273800 qkm
Vergleichbares Land:
Burkina Faso ist ein wenig größer als der amerikanische Bundesstaat Colorado bzw. so groß wie Deutschland ohne den Freistaat Bayern.
Nutzung des Landes
(Schätzung aus 2005)
Kulturfähiges Land 17,66%
Kulturpflanzen 0,22%
Rest (Wüste usw.) 82,12%
Bewässertes Land 250 qkm
Ouagadougou ( ca 1,4 Mio Einwohner) vereint in sich das moderne und das traditionelle Afrika, mit befestigten Straßen, einem Zentrum zum Einkaufen und attraktiv gestalteten Regierungsgebäuden. Die Vororte haben schattige Bäume, enge schmutzige Straßen. Es gibt einige künstliche Seen am Rand von Ouagadougou, die der Stadt als Wasserreservoir dienen.
Lage
Binnenland im Sudangürtel unterhalb des großen Niger. Teil des Sahel. Mittlere Entfernung zum Meer etwa 500km.
Höchste Erhebung:Tenakourou mit 747m im Westen des Landes.
Nachbarländer
Der Westafrikanische Staat liegt am Südrand der Sahara. Er ist im Norden und Westen von Mali, im Osten von Niger und im Süden von Benin, Togo, Ghana und der Elfenbeinküste umgeben. Das Land befindet sich größtenteils auf einem Hochplateau, das im Westen durch einen Grabenbruch, der "Falaise de Banfora", durchschnitten wird.
Landesgrenzen:
3193 km insgesamt
Gemeinsame Grenzen mit:
Benin 306 km
Cote d'Ivoire 584 km
Ghana 589 km
Mali 1000 km
Niger 628 km
Togo 126 km
Klima
Der Norden des Landes, der durch Buschland und Halbwüste geprägt ist, reicht bis in die unfruchtbare Sahelzone hinein. Im Norden Trockensavanne, im Süden wechselfeuchtes Klima. Nach Süden hin geht die Grassavanne in Wald über. Die Monate November - März sind trocken und kalt, von März bis Mai ist es trocken und heiß, von Mai bis November heiß und feucht. Kurz: Tropisches Klima mit warmen, trockenen Wintern und heißen, nassen Sommern. Das Klima ist vor allem durch intensive und langanhaltende Hitzeperioden und unregelmäßige Regenperioden charakterisiert, was ertragreiche Ernten nahezu ausschließt.
Flüsse
Die drei Hauptflüsse Schwarzer Volta (Mouhoun), Roter Volta (Nazinon) und weißer Volta (Nakanbe) haben auf dem Weg in den Süden nach Ghana tiefe Schluchten gegraben. Es gibt im Osten kleinere Flüsse, die mit dem Niger verbunden sind. Keiner davon ist schiffbar. Allein der Schwarze Volta führt ganzjährig Wasser.
Tiere
Im Osten und in den südlichen Gebieten leben Elefanten, Antilopen, Hippos, Affen, Krokodile, Löwen und Büffel, afrikanische Buschratten und Schlangen. Das Vogel- und Insektenaufkommen ist reichhaltig und vielfältig.
Bodenschätze
Mangan, Kalkstein, Marmor, kleinere Goldvorkommen, Antimon, Kupfer, Nickel, Bauxit, Blei, Phosphate, Zink, Silber, Salz.
Bildung
Die Analphabetenrate beträgt ca 78%. Die Gründe hierfür sind sehr verschieden und variieren auch regional. Der am häufigsten genannte Grund ist jedoch die Verpflichtung von Kindern und Jugendlichen zur Arbeit am heimischen Hof oder Betrieb.Dies ist allerdings nicht der einzige. Eine Voraussetzung für eine gute Schulbildung sind gut geschulte und motivierte Lehrkräfte. Dies ist aber oft nicht erfüllt. Staatliche Erziehung ist zwar obligatorisch, aber sogar die relativ niedrigen Schulgebühren sind unerschwinglich für den Großteil der Bevölkerung. Nichtsdestoweniger sind die Schulen überfüllt und es gibt einen Mangel an Lehrern. Private Schulen sind erlaubt und befinden sich gewöhnlich in Ouagadougou. Das öffentliche und private höhere Schulwesen basiert auf dem französischen Schulsystem und endet mit dem Baccalaureat (=Abitur). Offiziell besteht eine Schulpflicht von 7 Jahren, jedoch nur ein Drittel aller Kinder besucht eine Schule, nur etwa 36% der Bevölkerung, die 15 Jahre und älter sind, können lesen und schreiben. Die offizielle Landes- und Verwaltungssprache ist Französisch geblieben, obwohl es nur von 10% der Bevölkerung gesprochen wird. Afrikanische Sprachen, die zur Sudanischen Sprachfamilie gehören, werden von über 90% der Bevölkerung gesprochen.
Umweltprobleme
Natürliche Gefahren sind wiederkehrende Dürren. Trockenheit und Desertifikation beeinträchtigen stark den Ackerbau, die Bevölkerungsverteilung und die Wirtschaft. Überbevölkerung mit Überweidung und Entwaldung sind Ursachen für die Bodenverschlechterung. Allerdings führten in den letzten Jahren immer wieder starke Regenfälle zu Überflutungen, bei denen Häuser und Ernten zerstört und viele Menschen obdachlos werden.
Unabhängigkeit
5. August 1960 unabhängig von früherer Kolonialmacht Frankreich.
Staatsoberhaupt
Seit Oktober 1987 wird Burkina Faso von Präsident Blaise Campaoré regiert, der den legendären Hauptmann Thomas Sankará ersetzte. Unter teilweise erheblichem Druck der eigenen Opposition und von außen hat Capaoré des Land vordergründig demokratisiert und stabilisiert. Die Stabilität des Landes hängt5 vermutlich aber auch mit der relativen ethnischen Homogenität und dem Fehlen von ausbeutbaren Ressourcen zusammen.
Wirtschaft
Pro-Kopf-Einkommen pro Jahr: 320€ (2007).
Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Hat eine hohe Bevölkerungsdichte, wenig natürliche Ressourcen. Etwa 90% der Bevölkerung ist im Ackerbau tätig. Die Landwirtschaft trägt 39% zum BIP bei. Mehr als 46% der Bevölkerung hat ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Es besteht eine hohe Instabilität der landwirtschaftlichen Einkommen durch sehr unterschiedliche Regenfälle in den einzelnen Jahren. Landwirtschaftliche Produkte: Erdnüsse, Kariténuß, Sesam, Baumwolle, Hirse, Perlhirse, Mais, Sorghum, Fonio,Reis, Vieh. Im Süden des Landes werden außerdem Jamswurzel, Maniok und Zuckerrohr angebaut.
Der sekundäre Sektor ist sehr schwach ausgebaut. In der Industrie dominieren unprofitable, von der Regierung kontrollierte Gesellschaften. 5 Mio Arbeitskräfte. Industrien: Baumwollverarbeitung, Getränke, Seife, Zigaretten, Textilien, Gold.
Der tertiäre Sektor, also Dienstleistungssektor ist seit 1995 im Wachstum und konnte prozentual zulegen.

